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Die Sage von Sandfell

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Die Sage von Sandfell

Wieder einmal ist Erzählzeit mit Miezka und Julie’s Kitten, und diesmal ist Mowgli auch dabei.
„Miezka, du hast uns doch die Geschichte von Lilith erzählt. Was wurde eigentlich aus Sandfell und den Anderen, nachdem Lilith gestorben war?“
„Die blieben doch bei den Menschen, oder?“
„Ja, sie blieben bei den Menschen, aber das ist eine ganz andere Geschichte.“
„Bitte erzähl sie uns.“
„Vieles davon ist Legende, niemand weiss genau ob es sich so zugetragen hat, aber ja, ich will sie euch erzählen..“

*

Die Sage von Sandfell - Lilth’s Vermächtnis

Sandfell war niedergeschlagen. Lilith war tot. Er mochte nichts mehr unternehmen und ignorierte sogar den Hund. Aber auch der nahm keine Notiz von ihm, denn alle Tiere trauerten um Lilith. Sandfell schlich durch das Dorf und wollte nicht einmal mehr jagen.
Auch bei den Menschen herrschte tiefe Trauer, die noch lange anhielt.
Nachtlicht versuchte, ihn zu trösten, aber auch ihr ging Lilith’s Tod nahe.
So schlich er ziellos durch das Dorf. Auch die Dorfbewohner waren niedergeschlagen und redeten kaum noch miteinander.
Einige Tage waren vergangen und Sandfell wollte zu Ivani, also ging er zu Madan’s Hütte.
Ivani war nicht da und so begann Sandfell sie zu suchen. Aber weder im Dorf noch auf den Feldern konnte er sie finden. Erst jetzt fiel ihm auf, dass auch Madan verschwunden war.
Als er zurück zu Madan’s Hütte kam, fand er sie leer. Alles was darin gewesen war, war verschwunden, die Decken, die Tonkrüge, einfach alles. Der Kater war verwirrt.
Erfolglos untersuchte er alle Hütten in der Siedlung, aber er fand Madan und Ivani nicht.
Auch nach einigen Tagen waren die Beiden nicht wieder aufgetaucht.
Sandfell war jetzt oft in Jaweth’s Hütte.
Manchmal kamen Dorfbewohner in die Hütte und Sandfell hörte die Gespräche. Zwar verstand er nicht alles, was sie erzählten, aber soviel begriff er, dass Madan und Ivani nicht mehr da waren. Aber wo waren sie hin?
Eines Abends sassen die Menschen wieder um das Feuer und Sandfell war auch dabei. Zwar hielt er einige Entfernung zu den Flammen, aber er wusste, dass ihm davon keine Gefahr drohte, wenn Menschen in der Nähe waren.
Er lauschte den Gesprächen der Mensche und erfuhr so, dass Madan und Ivani fortgegangen waren. Besonders Jaweth war darüber sehr traurig.
Später, als die Menschen noch um das Feuer sassen, schlich Sandfell in Jaweth’s Hütte.
Jaweth fand ihn dort schlafend. Er streichelte Sandfell und dieser wachte auf.
„Ach Sandfell,“ sagte Jaweth, „warum ist das alles so gekommen? Meine Tochter Ivani ist mit ihrem Mann fortgegangen und ich glaube nicht, dass sie wieder zurückkehren. Aber ohne euch Katzen hätte ich keine Tochter mehr, denn sie wäre tot. Lilith hat sie gerettet und ist selbst dabei umgekommen. Dafür schulde ich den Katzen dank bis in alle Ewigkeit.“
Er begann, Sandfell zu kraulen und der Kater schmiegte sich an ihn und begann zu schnurren.
Sandfell blieb nicht bei Jaweth, sondern war fast jeden Tag in einer anderen Hütte.
Oft war er mit Nachtlicht zusammen, die bei einer älteren Menschenfamile lebte.
Und gelegentlich traf er sich mit anderen Katzen beim Treffpunkt in der Nähe des grossen Baumes. Immer wieder waren Katzen dort, die noch in der Wildnis lebten, aber es waren immer mehr, die zu den Menschen gingen und dort blieben.
Sandfell versuchte, von ihnen etwas über den Verbleib von Ivani oder Madan zu erfahren, aber obwohl am Treffpunkt immer öfter Katzen von weit her kamen, konnte er nichts in Erfahrung bringen.
Auch hatte sich die Geschichte von Lilith unter den Katzen schnell verbreitet und auch Sandfell war unter ihnen kein Unbekannter mehr, denn immer wieder versuchte er, Berichte über den Verbleib von Ivani zu erhalten, vor allem von Katzen, die von weit her kamen.
Eines Morgens kam er vom Treffpunkt zur Siedlung zurück, als er einige Menschen still im Gras liegen sah. Sie waren ihm unbekannt und sie lagen ganz ruhig da.
Tod waren sie nicht, das roch er. Auch zeigten sie keine Anzeichen von Krankheit.
Plötzlich robbte einer der Menschen ein Stück vor und nach kurzer Zeit folgten die anderen.
Dann lagen sie wieder still. Und sie waren bewaffnet. Sandfell lebte inzwischen lange genug bei den Menschen, so dass er sehr wohl wusste, wie die Waffen der Menschen aussahen.
Der Kater begriff, sie waren auf der Lauer. Aber was jagten sie und warum hier?
Dies war das Revier von Jaweth und den Dorfbewohnern, ausserdem konnte der Kater keine Jagdbeute in der Nähe entdecken. Und weiter robbten die Fremden durch das hohe Grass auf die Siedlung zu. Sie wollten zur Siedlung. Und dort würden sie jagen. Der Kater wusste nicht zu was das gut sein sollte, aber er musste Jaweth warnen. Unbemerkt von den Fremden, die nur auf das Dorf achteten, schlich der Kater weiter und gelangte in Jaweths Hütte
Jaweth war nicht da, vermutlich war er mit dem Hund bei den Ziegen.
Also rannte er zum Ziegenpferch und tatsächlich war Jaweth dort. Der Hund war erst erschrocken, traute sich aber nicht, dem Kater näher zu kommen. Er hatte Respekt vor allen Katzen, seit Lilith ihm gezeigt hatte, wozu Katzenkrallen fähig waren.
Aufgeregt sprang Sandfell an Jaweth hoch und maunzte laut.
Jetzt merkte auch der Hund dass etwas nicht stimmte. Aber er konnte sich des Katers Verhalten nicht erklären. Jaweth war auch verwirrt, so hatte er Sandfell noch nie erlebt.
Sandfell rannte wieder auf die Hütten zu und blieb dann stehen und schaute zu Jaweth.
Auch der Hund kam jetzt in Richtung der Hütten. Er hatte eine fremde Witterung aufgenommen.
Jetzt begriff Jaweth, etwas war passiert und der Kater wollte ihm das zeigen.
Plötzlich begann der Hund laut zu bellen und starrte in Richtung des Graslandes.
Da sah Jaweth eine Bewegung im Gras. Dort war jemand! Fremde!
Es kamen manchmal Fremde in das Dorf, vor allem seit die Katzen bei ihnen waren, aber die kamen offen und versteckten sich nicht im Gras.
Diese hier konnte nichts Gutes bedeuten.
Jaweth begann zu handeln. Beim Feuerplatz lag ein grosser hohler Baumstamm, den sie dazu benutzten um über weite Entfernungen Nachrichten zu übermitteln. Jaweth nahm einen grossen Ast, der daneben lag und schlug auf den Baumstamm ein. Die Schläge waren weithin zu hören. In Kurzer Zeit waren die Dorfbewohner alarmiert und liefen zusammen.
Mit ihren Speeren und Bogen warteten sie in der Mitte des Dorfplatzes.
Nichts geschah.
Doch dann war wieder eine Bewegung im Gras zu sehen.
Jaweth gab einen Befehl und die Dorfbewohner rannten mit lautem Geschrei los.
Jetzt bekamen die Fremden im Gras es offensichtlich mit der Angst. Sie wussten, dass sie entdeckt waren und versuchten zu flüchten. Viele ihrer Waffen warfen sie fort.
Doch nach kurzer Zeit hatten die Dorfbewohner sie eingeholt und es gab ein Handgemenge.
Die Fremden wurden überwältigt und ins Dorf geführt.
Sandfell hatte dem von weitem zugesehen, aber nicht begriffen was da vor sich ging. Er hatte noch nie Menschen gegen Menschen kämpfen sehen. Zwar kämpften die Kater öfter miteinander, aber da ging es meist um eine Katze oder um ein Revier. Und wenn ein Kampf entschieden war, ging jeder wieder seiner Wege. Katzen würden niemals einfach so gegeneinander kämpfen.
Die Fremden wurden vor Jaweth geführt.
„Ich frage euch, was wollt ihr hier und warum habt ihr euch mit Waffen hier angeschlichen?“
Einer der Fremden antwortete: „Ich bin Josip, der Damgar aus Kullib und dir keine Antwort schuldig. Was wir tun, geht dich nichts an.“ „So? Das mag sein. Doch ich bin hier der Vorsteher und wenn ihr hier auf Raubzug ward, werde ich entscheiden was mit euch zu geschehen hat. Bringt sie weg!“
Die Fremden wurden gefesselt und in Madan’s Hütte gelegt, die jetzt leerstand.
Später schlich Sandfell in die Hütte um sich die Fremden anzuschauen.
Die waren sehr erstaunt, als sie den Kater sahen. Sie kannten Katzen, aber in einer Hütte hatten sie noch nie eine gesehen und sie wussten nicht dass Katzen bei den Menschen lebten.
Am nächsten Tag kam Jaweth mit einigen anderen in die Hütte.
„Ich will wissen, was ihr vorhattet. Sagt es nicht und ihr werdet hier in dieser Hütte verfaulen.“
Die Fremden hatten bis jetzt nichts zu essen oder trinken bekommen und hatten sich den Tag wohl anders vorgestellt.
Der Anführer der Fremden hatte wohl erkannt, dass sie keine Aussicht hätten, jemals wieder hier wegzukommen, wenn er nicht redete.
„Wir haben von euch gehört.“, begann er, „Es geht die Rede, dass dieses Dorf reich wäre und die Vorratstöpfe wären immer voll. Und dass kein Ungeziefer hierher käme. Wir wohnen viele Tagesreisen weiter unten am Fluss. Aber es hat ein Hochwasser gegeben und unsere Felder wurden überschwemmt und die Ernte vernichtet. Unsere Vorräte werden von den Mäusen und Ratten gefressen und wir werden bis zur nächsten Ernte eine Hungersnot haben. Daher hat unser Vorsteher uns ausgesandt um nachzuforschen ob die Erzählungen stimmen und etwas Getreide zu erbeuten.“
Jaweth dachte nach, dann sagte er: „Das müssen wir beraten. Ihr bleibt vorerst hier.“
Er wandte sich um und ging mit den anderen aus der Hütte.
Am Abend berieten sich die Dorfbewohner wieder am Feuer und Sandfell war wieder dabei.
„Können wir das dulden, dass wir überfallen werden? Wenn wir diese laufen lassen, werden sie wiederkommen und andere auch. Wir müssen einen Ausweg finden.“
„Töten wir sie.“, sagte ein anderer, „Niemand weiss, dass sie bis hierher gekommen sind. Sie könnten ja auch auf der Reise umgekommen sein.“
Wieder ein anderer warf ein: „Das stimmt schon, aber ihr Vorsteher weiss, wohin er sie geschickt hat und weitere würden kommen. Und niemand kann voraussagen ob wir wieder gewarnt werden.“
„Wer hat uns dich eigentlich gewarnt, Jaweth?“ fragte ein weiterer.
„Der Kater war es, Sandfell!“ antwortete Jaweth.
Ein Gemurmel ging durch die Versammlung.
Dann sagte einer: „Das ist nicht das erste mal, dass uns die Katzen helfen. Jaweth, du bist ein guter Vorsteher. Deine Entscheidung, die Katzen bei uns leben zu lassen, war die einzig Richtige. Wir sollten den Ahnen ein Opfer bringen, als Zeichen des Dankes, dass sie uns die Katzen geschickt haben.“
„Das werden wir.“, sprach Jaweth, „Aber jetzt sollten wir entscheiden, was zu geschehen hat.“
„Also, was tun wir?“
Jaweth sagte: „Ich denke, wir sollten sie laufen lassen. Aber zuvor zeigen wir ihnen, warum unsere Vorräte nicht von Ungeziefer gefressen wird.“
„Du willst ihnen die Katzen zeigen?“ „Ja, die Katzen haben uns geholfen und sie haben uns gezeigt, dass das Leben auch ohne Kampf und Krieg bestehen kann. Und vielleicht können wir ihnen auch ein oder zwei Katzen mitgeben, hier leben genug und einige möchten vielleicht mitgehen.“
„Und zu was soll da gut sein?“
„Seht doch, wenn wir so handeln, werden sie nicht wiederkommen und sich vielleicht sogar dankbar zeigen und sich mit uns verbünden. Wir hätten Frieden für lange Zeit.“
Sandfell hatte den Reden zugehört und er war erst nicht glücklich darüber, dass einige der Katzen mit den Fremden mitgehen sollten, aber dann dachte er, dass vielleicht doch nicht so schlecht wäre, wenn die Katzen auch bei anderen Menschen lebten.
Am nächsten Tag wurden die Fremden aus der Hütte und vor Jaweth geführt.
Sie wussten nicht was das alles zu bedeuten hatte, aber Jaweth und die anderen Dorfbewohner machten keinen feindseligen Eindruck mehr.
Dann trat Jaweth vor und sagte: „Wir haben beraten. Wir sehen, dass ihr in Not gehandelt habt. Und daher, Josip, Damgar aus Kullib, weil euer Dorf in Not ist, werden wir euch ein wenig von unseren Vorräten mitgeben. Und wir geben euch zwei Katzen mit, sie werden die Mäuse und Ratten jagen und eure Vorräte schützen. Achtet sie und ehrt sie, denn es sind zwei aus dem Wurf von Lilith und Lilith ist uns heilig.“
Einer der Dorfbewohner trat vor und auf seinem Arm waren zwei Katzen. Die gab er Jaweth und Jaweth gab sie den Fremden.
Sandfell hatte alles gesehen und er wusste, dass er der Vater der beiden Katzen war.
Aber er war nicht traurig, darüber, dass sie jetzt fortgingen.
So kamen die Fremden als Feinde und mit der Hilfe von Sandfell dem Kater und den Katzen gingen sie als Freunde.
Sandfell aber wusste nun, dass er hier Ivani nicht finden würde und dass er das, was Lilith begonnen hatte, fortführen und ihr Vermächtnis erfüllen würde.
Und so begab sich Sandfell der Kater in die Welt hinaus und auf seine Wanderschaft.
0 07.03.2010 17:30 mike1024 ist offline E-Mail an mike1024 senden Beiträge von mike1024 suchen Nehmen Sie mike1024 in Ihre Freundesliste auf
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Ying Yang RE: Die Sage von Sandfell

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Hallo Mike !

Spannend, packend...und einfach wunderschön geschrieben !

So - als wäre ich dabei gewesen !!!

Danke !

LG

Andrea und die Miezen Clap Clap Clap






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Jump Teufel


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1 07.03.2010 19:16 lunamurkel ist offline E-Mail an lunamurkel senden Beiträge von lunamurkel suchen Nehmen Sie lunamurkel in Ihre Freundesliste auf
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RE: Die Sage von Sandfell

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Die Sage von Sandfell – Der Spruch des Königs

Sandfells Wanderung führte ihn den Fluss entlang.
Er hoffte, dass er so eine weitere Menschensiedlung finden und etwas über den Verbleib von Ivani und Madan erfahren würde.
Nach einigen Tagen kam er durch eine Gegend die ihm unbekannt war, dort war er noch nie gewesen.
In der Mittagssonne ruhte er sich im Schatten unter einem Gebüsch aus.
Die Luft flirrte in der Hitze des Tages, doch Sandfell konnte einen Punkt am Himmel erkennen, der in der Höhe seine Kreise zog. Ein Raubvogel wohl, der nach Beute suchte.
Er flog weiterhin hoch, kam aber Sandfell langsam näher.
Der konnte den Vogel jetzt genau erkennen.
Es war ein hochfliegender Adler. Das war schon seltsam, denn die Adler lebten im Gebirge.
Hier dürfte eigentlich keiner sein. Der Kater zog sich weiter in den Schatten der Büsche zurück, damit er nicht entdeckt wurde.
Doch der Adler zog weiterhin seine Kreise und verschwand dann in der Ferne.
Sandfell setzte seinen Weg fort.
Einige Tage später sah er wieder Adler.
Jetzt waren es drei und sie kreisten in der Luft, als ob sie etwas suchen würden.
Kurze Zeit später erreichte er ein Waldgebiet, wo er vor den Räubern aus der Luft sicher war.
Und er bemerkte nach einiger Zeit, dass ihn irgend etwas verfolgte.
Er duckte sich unter einigen Baumwurzeln, aber da war nichts.
Vorsichtig schlich er weiter, dann sah er es.
Das war ein Pavian. Pavianen gingen die Katzen aus dem Weg, denn sie waren unberechenbar.
Dieser jedoch verfolgte ihn schon seit einiger Zeit und lies ihn nicht aus den Augen.
Doch es gab kein Anzeichen eines Angriffes.
Also schlich Sandfell weiter durch das Unterholz am Wegrand. Der Pavian folgte ihm.
Irgendwann hatte der Kater genug von diesem Spiel und versteckte sich unter einer grossen Wurzel. Der Pavian hatte ihn verloren du sah sich suchend um.
Da kam Sandfell aus seinem Versteck und stellte den Pavian zur Rede.
„Wer bist du, dass du mich verfolgst?“ fragte er.
„Ich bin ein Gesandter.“ antwortete der Pavian.
„Gesandter? Wer hat dich gesandt? Und was willst du von mir?“
„Viele Fragen hast du, Kater! Mein Herr, dein Verwandter, der Löwe, welcher der König der Tiere ist, befiehlt, dass du dich an seinem Hofe begibst.“ sprach der Pavian.
„Er befiehlt? Was wünscht der König der Tiere von mir, dass ich mich an seinen Hof begeben soll?“ fragte Sandfell.
„Rede und Antwort sollt du stehen über deine Taten.“ antwortete der Pavian.
„Wer bin ich denn, dass ich einem vom Affenvolk traue.“
„Wie ich bist auch du ein Untertan des Königs und musst seinem Ruf Folge leisten. Siehst du nicht die Adler in der Höhe? Auch sie sind Boten des Löwen und haben lange nach dir gesucht.“
Der Pavian streckte dem Kater seine Hand entgegen und öffnete sie. Darin lag ein Stück Elfenbein, welches Kratzer von mächtigen Pranken aufwies.
„Dies ist das Siegel des Königs der Tiere.“ sagte der Pavian, „daran erkennst du, dass ich sein Bevollmächtigter bin.“
Da wusste Sandfell, dass der Pavian die Wahrheit sprach und dass er ihm zum König der Tiere folgen würde.
Lange dauerte diese Reise und sie ging in den Süden.
Die Steppe durchquerten sie, hohe Berge, undurchdringliche Wälder und reisende Flüsse.
Und immer waren in der Luft die Adler des Königs zu sehen, die über sie wachten.
Niemand griff sie in der Zeit an, denn sie reisten unter dem Schutz des Königs der Tiere.
So gelangten sie endlich an den Hof des Löwen.
Dort waren viele Tiere versammelt.
Und Sandfell trat vor den König und dieser sprach:
„Mir ist berichtet worden, dass du und deinesgleichen sich mit den Menschen verbündet haben. Mit Menschen! Das kann ich nicht dulden! Denn niemand kann sagen, ob sich in der Zukunft Übles daraus ergeben wird. Daher verlange ich, dass du mir Rede und Antwort stehen sollt. Danach will ich entscheiden, was geschehen soll.“
„Mein König,“ sprach Sandfell, „die Menschen sind nicht so, wie Ihr denkt, auch wenn Ihr vielleicht etwas anderes gehört habt. Aber sollte ich etwas Unrechtes getan haben, so werde ich dafür stehen. Nur bitte ich, verschont alle anderen Katzen, denn sie sind nur Lilith und mir gefolgt..“
Der Löwe schaute Sandfell lange und durchdringend an, dann sagte er:
„Ich werde eine Versammlung der Tiere berufen, noch vor der nächsten Regenzeit. Und ich werde mir anhören was die Tiere zu deinen Taten zu sagen haben. Dann wird ein Urteil gefällt werden.“
Der Tag kam, an dem sich alle Tiere vor dem König versammelten.
Und der Löwe rief sie auf zu sprechen, für oder wider den Kater.
Zuerst sollte Sandfell selbst sprechen.
Und Sandfell trat vor den König und die versammelten Tiere und sprach:
„Was ich getan habe, bereue ich nicht. Denn in der Wildnis haben wir gelebt und nicht immer war genügend Beute da. Und mannigfaltigen Gefahren waren wir ausgesetzt. Niemand von uns Katzen wollte ursprünglich zu den Menschen, denn viele Geschichten haben wir über sie gehört, und keine war von gutem Ausgang für ein Tier. Auch gibt es Feuer bei ihnen und davor fürchten sich alle Tiere. Doch Lilith, die Ihr als Schattenwind kennt, hat es gewagt und wir haben erkannt, dass die Menschen nicht so sind, wie erzählt wird. Wir haben ausreichend Nahrung gefunden, ja, manchmal geben uns die Menschen sogar von ihrer Nahrung. Und Schutz haben wir, denn niemand wagt es, gegen die Menschen vorzugehen. Keine Furcht haben wir nun vor dem Feuer, denn die Menschen wissen, wie man es zähmt. Wir jagen nur Mäuse und Ratten, wie wir es auch in der Wildnis taten, aber die Menschen danken es uns und sie lieben uns aufrichtig. Und wir können kommen und gehen wie es uns beliebt. Nichts Übles wollen wir einem anderen Tier tun, es sei denn es wäre Beute für uns, so wie es auch in der Wildnis war. Mehr habe ich nicht zu sagen.“
Der König hatte der Rede des Katers aufmerksam zugehört.
Danach hiess er die anderen zu sprechen.
Als erster sprach der Wolf.
„Halten sich die Katzen etwa für etwas besseres? Nur sich selbst gehorchen sie, zu ihrem eigenen Vorteil. Wir jagen im Wald und in der Steppe und wir jagen gemeinsam.
Die Katzen jagen alleine. Wenn sich also eine Katze mit anderen verbündet, so kann doch nur ein hinterhältiger Gedanke der Grund dafür sein. Und seht, was ist aus meinen Verwandten, den Hunden geworden? Den Menschen müssen sie gehorchen und haben kein sicheres Rudel mehr. Daher, mein König, misstraut den Katzen und misstraut den Worten des Katers. Denn was sie tun ist gegen ihre Natur und führt zu nichts Gutem.“
Da erhob das Schwein seine Stimme:
„Einige meiner Sippe sind auch bei den Menschen. Doch was der Kater erzählt, kann nicht gelten. Denn viele meines Volkes sind in engen Zäunen eingekerkert und müssen fressen, was die Menschen ihnen vorwerfen. Sie dürfen nicht mehr in Freiheit nach leckeren Wurzeln graben. Und die Menschen töten sie nach ihrem Gutdünken. Wenn also die Katzen sich den Menschen anbiedern, so kann das kein gutes Ende nehmen für alle Tiere. Mein König, Ihr müsst dem Einhalt gebieten, zum zukünftigen Wohl aller“
Für die Affen sprach der Schimpanse. Der war sehr listig und wollte den Menschen gleich sein. Daher war er mit Misstrauen erfüllt gegenüber den Katzen. Und er sprach also:
„Von allen Tieren sind wir den Menschen am nächsten verwandt. Vor Urzeiten haben sie mit uns in den Bäumen und der in Steppe gelebt und doch sind wir nicht wie sie. Das Feuer haben sie bezähmt und viele andere Dinge getan, die wir nicht verstehen. Ja, das Feuer, und auch wir vom Volk der Affen wüssten zu gerne wie man seiner Herr wird. Trotzdem sind wir nicht zu den Menschen gegangen. Mag es also sein, dass die Katzen nach dem Feuer gieren? Dass sie sich zu Herren der Welt ausrufen wollen? Und dass sie euch, mein König, von Eurem Thron stürzen wollen? Das ist Frevel, schlimmer noch, der grösste Verrat, den ein Tier je begehen kann. Darum fordere ich, gebietet dem Einhalt und bestraft Sandfell und die Seinen hart, auf dass sie sich nicht über euch erheben.“ So sprach der Schimpanse und es gab ein Gemurmel und viele stimmten ihm zu.
Für die Bewohner des Waldes sprach der Bär.
Und er führte diese Rede: „Was ist denn so besonderes an den Menschen? Sie haben keine scharfen Zähne oder mächtige Krallen und stark sind sie auch nicht. Und käme einer, so würde ich ihn einen Tag vorher riechen und hören. Ich habe mehr als einen besiegt, obwohl man es eigentlich keinen Sieg nennen könnte, denn so schwach waren sie. Doch es gibt ihrer viele und zusammen sind sie stärker als alle Tiere. Wollen sich die Katzen, da sie sich den Menschen angeschlossen haben, aus freien Stücken, wie der Kater sagt, über alle Tiere erheben? Auch über Euch, mein König? Das dürft Ihr nie zulassen, deshalb müssen die Katzen wieder von den Menschen gehen. Und der Kater muss dafür bestraft werden, dass er sich mit ihnen verbündet.“
Als nächstes erhob der Adler seine Stimme:
„Meine Heimat sind die hohen Berge, doch spreche ich für viele vom fliegenden Volk. Frei fliegen wir über die Höhen und meine Verwandten fliegen durch die Bäume. Doch auch wenn wir des Fliegens mächtig sind, so können doch die ach so schwachen Menschen einige von uns fangen. Sie haben das mit Hinterlist getan und mit Waffen, die wir nicht anwenden können. Und ich sage auch, dass manche Katze den ein oder anderen Vogel erlegt hat. Wenn sich die Katzen nun mit den Menschen verbünden, so verbündet sich Gleiches mit Gleichem und daraus wird eine grosse Gefahr für alle Tiere erwachsen. Mein König, dem müsst Ihr Einhalt gebieten, sonst werden wir alle verloren sein.“
So sprach der Adler und schaute in die Runde.
Da trat der Panther vor und mit ihm gingen der Tiger und der Gepard. Der Panther trat vor den König und sprach: „Wie ihr, mein König, gehöre auch ich zu den Katzen. Meine Verwandtschaft und ich wollen Sandfells Taten nicht verurteilen, aber auch nicht für ihn sprechen. Denn bedenkt, dass alle Katzen frei in ihren Entscheidungen sind. Nicht wie die Wölfe, oder schlimmer noch, wie die Hunde, gehorchen sie ihrem Führer. Ich bitte daher nur darum, um aller Katzen willen, dass ihr dieses bei eurer Entscheidung abwiegt. Denn wenn die Katzen bei den Menschen leben wollen, so ist das ihre Sache. Noch nie hat sich eine Katze, egal von welcher Sippe sie ist, einem fremden Willen unterworfen und sie werden sich auch nicht den Menschen unterwerfen oder sich mit ihnen gegen irgend jemand verbünden.“
So redeten die Tiere vor dem König, ein jedes nach seiner Art.
Nur die Eule hatte bis jetzt geschwiegen.
Sie galt als weiseste unter den Tieren und manche glauben, dass sie die Gabe des Sehens hätte.
Daher war ihr Wort gewichtig vor dem König.
Sie schaute in die Runde der Versammelten, dann redete sie: „Schwach sind die Menschen, wie der Bär sagte und ihre Körper haben keine Waffen. Und doch können sie andere Dinge benutzen als Waffen und seien es nur Steine in der Wüste oder Äste aus dem Wald. Und ich sehe, wenn die Zeit gekommen ist, werden diese, die ihr Schwächlinge nennt, die Welt beherrschen zum Guten oder zum Schlechten, wer kann das wissen? Und zahlreich werden sie sein über alle Massen. Sie werden die Dinge an sich erforschen und die Welt wird nicht mehr so sein, wie wir sie kennen. Denn ich sehe, dass sie das Land erobern werden und dazu die Ozeane und sogar die Lüfte. Und vielleicht werden sie sogar nach den Sternen greifen wollen, wer kann das wissen. Denn auch wenn wir scharfe Augen, feine Nasen und grosse Ohren haben, so werden die Menschen doch Dinge sehen und hören können, die wir nicht sehen und nicht hören können und ihren Nutzen daraus ziehen. Wenn es dann nur mehr wenige von uns gibt, warum auch immer, so werden doch die Katzen, die bei ihnen sind, zahlreicher werden. Denn ich sehe auch, dass die Menschen jeden beschützen können, wenn sie das nur wollen. Und wenn die Katzen bei den Menschen leben, aus freien Stücken, dann werden die Menschen auch sie beschützen. Und trotz allem steht es den Katzen bei den Menschen frei, zu kommen und zu gehen, wie es ihnen beliebt. Denn auch wenn es so scheint, dass die Katzen nichts dafür tun müssten, so geben sie den Menschen Liebe und Geborgenheit und diese werden es ihnen danken. Und darum werden sie alle Tiere mit anderen Augen schauen und sie achten. Und so sage ich, bestraft Sandfell nicht, sondern erkennt, dass die Katzen nicht nur um ihretwillen zu den Menschen gegangen sind, sondern zum Wohl aller Tiere.“
Nach dieser Rede schwiegen alle lang.
Auch der Löwe hatte schweigend der Rede der Eule zugehört, doch dann erhob sich der König der Tiere und er sprach: „Ich habe nun alle gehört. Und ich werde es bedenken. Zwar betrifft dies vor allem die Menschen, aber auch uns alle, die wir hier versammelt sind. Daher ist mir in dieser Sache Befugnis gegeben. Ich werde nun fortgehen und darüber nachdenken. Der Mond ist schmal jetzt. Beim nächsten Vollmond werde ich zurück sein und mein Urteil verkünden. Bis dahin seit meine Gäste.“
Er wandte sich um und ging majestätisch zwischen den Bäumen hindurch auf die Steppe zu.
Bald darauf war er im hohen Gestrüpp verschwunden.
Die Tage vergingen und alle warteten voller Ungeduld auf die Rückkehr des Löwen.
Niemand konnte vorhersagen, wie der König der Tiere entscheiden würde und manch einer hoffte, er würde keine Entscheidung treffen oder ein Urteil gegen Sandfell fällen.
Endlich kam der Vollmond.
Und der König trat wieder vor die Versammlung der Tiere und sprach:
„Hört mich an! Ich habe lange nachgedacht und eure Worte fein abgewogen. Und dies ist mein Spruch: Was Sandfell getan hat, soll ihm oder seiner Sippe nicht übel vergolten werden.
Ich bin der Löwe, der König der Tiere. Und da ich das bin, sind alle Tiere meine Untertanen.
Auch die Katzen sind meine Untertanen, aber sie sollen selbst ihre Entscheidungen treffen über das was sie tun wollen oder wo sie leben wollen. Von nun an sind sie freie Herren und sollen geachtet werden von jedermann in der ganzen Welt. Und niemand ausser ihnen selbst soll über ihre Taten richten. Denn dies habe ich erkannt: Die Freiheit und der freie Wille ist ein zu hohes Gut, als dass er um irgendeines Königs Willen missachtet werden darf.
So hab’ ich gesprochen, so soll es geschehen.“
So sprach der Löwe und alle Tiere standen stumm und hörten seinen Spruch.
Und jeder der die Worte des Königs der Tiere vernahm, erkannte seine Macht und seine Weisheit.
Und die Tiere nahmen sich des Königs Worte zu Herzen.
Dann sprach der Löwe weiter:
„Sandfell, Kater, tritt vor.“
Und der Kater trat vor den König der Tiere und dieser sprach:
„Kater Sandfell, von nun an nennt Euch Herr Sandfell und Ihr und euer Volk seit eure eigenen Herren. Nur das Eine verlange ich von Euch, dass Ihr mich als den König der Tiere weiterhin anerkennt und nicht gegen mich handelt.“
Sandfell verneigte sich vor dem König und ging, nun sein eigener Herr, durch die Reihen der versammelten Tiere.
Und Sandfell wanderte als freier Kater fort, einer ungewissen Zukunft entgegen, doch er wusste, dass er nicht ruhen würde, bis Lilith’s Vermächtnis erfüllt war.
2 07.03.2010 19:51 mike1024 ist offline E-Mail an mike1024 senden Beiträge von mike1024 suchen Nehmen Sie mike1024 in Ihre Freundesliste auf
Rechtliche Hinweise: Die Verantwortlichkeit (gemäß TMG Abschnitt 3 / Verantwortlichkeit) für diesen Beitrag (erstellt am 07.03.2010 um 19:51 Uhr) liegt allein beim Autor . Sollte dieser Beitrag Ihre Rechte verletzen bitten wir um sofortige [ Benachrichtigung ]. Etwaige tiermedizinische Ratschläge und Erfahrungsberichte von ersetzen in keinem Fall das Fachwissen eines Tierarztes. >>> INFO

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Herz RE: Die Sage von Sandfell

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Hallo, lieber Mike Winken

Schön - spannend, herzergreifend, zum weinen und zum schmunzeln -
einfach wunderbar geschrieben ! Clap Herz Clap
Herz Clap Herz Clap Herz Clap

Vielen Dank dafür !

Liebe Grüße
Ursula






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Das Letzte, was ich einer KATZE nachsagen würde, ist HARMLOSIGKEIT ! Augenzwinkern Zunge raus Augenzwinkern
(Edward Paley)
3 07.03.2010 20:44 ursula_oberholz ist offline Beiträge von ursula_oberholz suchen Nehmen Sie ursula_oberholz in Ihre Freundesliste auf
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Ying Yang RE: Die Sage von Sandfell

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Hallo Mike !

Ich werde heute Nacht nicht schlafen können... das ist mir jetzt schon

klar ! Sandfell und die anderen Tiere - werden mich begleiten...

Danke, für die Fortsetzung !

LG

Andrea und die Miezen






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Jump Teufel


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4 07.03.2010 20:48 lunamurkel ist offline E-Mail an lunamurkel senden Beiträge von lunamurkel suchen Nehmen Sie lunamurkel in Ihre Freundesliste auf
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Die Sage von Sandfell - Sandfell’s Wanderung Teil 1

Lange wanderte Sandfell der Kater, immer in der Hoffnung, ein Zeichen von Ivani oder Madan zu finden.
Zweimal war Vollmond gewesen und seine Reise führte ihn zurück nach Norden, als er wieder an den Fluss kam.
Der war in der heissen Sonne klein wie ein Bach.
Und immer weiter lief der Kater. Tagsüber schlief er unter einem Gebüsch und in der Dämmerung suchte er Beute. Nager und andere Kleintiere kamen in der beginnenden Nacht hervor, wenn die Hitze des Tages nachliess.
Viele Tage waren vergangen, als er von weitem eine Stadt erblickte. Er kannte die Menschensiedlung in der Ivani gelebt hatte, aber die hatte nur einige Hütten gehabt.
Diese Stadt war grösser und die Häuser der Menschen waren aus getrocknetem Lehm gebaut.
So kam der Kater in das Land, das eines fernen Tages Ägypten heissen sollte und an den Fluss Nil. Doch zu jener Zeit war das grosse Reich Ägypten noch nicht entstanden und es gab noch keinen Pharao.
Um diese Jahreszeit hätte der Nil eigentlich Hochwasser führen und die Felder überschwemmen müssen. Doch er war nur noch ein kleines Rinnsal. Menschen arbeiteten auf den Feldern, auf denen in der trockenen Erde fast nichts wuchs. Ihre Gesichter waren sorgenvoll und immer wieder sah Sandfell, wie einer von ihnen mit verzweifeltem Blick in die Sonne schaute.
Er stromerte durch die Stadt. Einige Katzen lebten hier und sie hatte bereits von Sandfell gehört. Denn nachdem sich Lilith’s Geschichte herumgesprochen hatte, waren immer mehr Katzen zu den Menschen gegangen und dort geblieben. Doch von den Menschen wurden sie nicht weiter beachtet. Es gab viele Mäuse und Ratten hier, aber niemand wusste, wie lange noch. Denn in der Dürre gingen die Vorräte der Menschen zu Neige und das Mäusevolk würde auch bald keine Nahrung mehr finden. Doch es gab Gerüchte von einem grossen Vorratslager. Allerdings bewachten es die Menschen streng und liessen niemand hinein, auch keine Katze. Aber Mäuse sollte es dort unzählige geben, denn die kleinen Nager fanden immer ein Schlupfloch.
Sandfell stromerte durch die Stadt als er an ein merkwürdiges Gebäude kam
Es war ein grosses Haus und die Räume darin waren auch gross. Anders als in den Hütten war auch der Boden aus Stein. Feuer war an den Wänden, die das Innere mit flackerndem Schein erhellten. Die Wände waren bunt bemalt. Ohne es zu wissen, war der Kater in das grosse Vorratshaus des Priesters gekommen.
Ungesehen schlich er durch die Räume. Da, es raschelte! Das waren Mäuse, er hörte es deutlich. Eine Tür war da und sie stand offen und der Kater schlüpfte hinein.
Dann sah er, wo er war: Es war das grosse Vorratslager. Ein Mensch stand da und betrachtete mit kummervoller Mine die Krüge mit dem Getreide. Das war der Priester der Stadt. Er hatte die Vorräte anlegen lassen, aber jetzt war vieles davon verdorben von den Mäusen.
Des Katers feines Gehör hörte das Rascheln und Fiepen vieler Mäusen. Die Nager hatten keine Furcht mehr vor den Menschen.
Dann sah Sandfell eine von ihnen und sie war in Sprungweite.
Ein kurzes Verharren, ein Sprung, dann hatte er sie um sie gleich wieder loszulassen.
Wieder packte er die Maus, spielte ein wenig mit ihr und packte sie schliesslich im Genick.
Damit lief er vor den Priester und legte ihm den Nager vor die Füsse.
Der Priester hatte mit Erstaunen die Aktion des Katers beobachtet.
Ihm wurde klar, wie er die Vorräte schützen und retten konnte.
Er bückte sich, streichelte Sandfell und nahm ihn auf den Arm und ging mit ihm auf den grossen Platz inmitten der Stadt..
Und der Priester trat vor das Volk und verkündete dieses:
„Eine grosse Not ist über uns gekommen. Die Götter haben den Nil zu sich gerufen und kein Wasser kommt mehr auf die Felder und die Frucht verdorrt in Re’s Sonne. Nur von den Vorräten lebt ihr noch, die ich in meiner göttlichen Weisheit habe anlegen lassen. Doch die Mäuse, Ratten und anderes Ungeziefer haben sich vermehrt sich an der Zahl und fressen unsere Lager. Allein den Katzen haben wir es zu verdanken, dass die Mäuse nicht überhand nehmen. Dieser Kater hier ist in mein Haus gekommen und ich habe es mit eigenen Augen gesehen. Daher verkündige ich allen dies: Die Katzen wurden von den Göttern geschickt um uns in unserer Not zu helfen. Daher sind sie heilig. Von nun an sind alle Katzen die Katzen der Götter. Und wer seine Hand an eine Katze legt, der legt sie an die Götter und soll des Todes sein.
So soll man es schreiben, so soll es geschehen!“
Und er hob Sandfell hoch und ging mit ihm zurück in sein Haus.
Dort liess er dem Kater Malzeiten servieren und auf weich gepolsterten Kissen schlafen und Sandfell hatte ein Leben ohne Sorgen.
Aber es bedrückte ihn, dass noch soviel Ungerechtigkeit in der Welt geschah zwischen Menschen und Tieren. Der Priester aber wollte Sandfell nicht gehen lassen und liess die Räume seines Hauses, in denen Sandfell war, zusperren. Doch er hatte nicht bedacht, dass Katzen des nachts sehen können und Sandfell kannte jeden Winkel und jedes Schlupfloch.
So schlich er nach Katzenart eines Nachts heimlich fort.
Den Nil entlang wanderte er weiter nach Norden und wo er hinkam wurde er von den Bauern freudig begrüsst, denn sie kannten ihn und wussten nicht, dass der Priester nach ihm suchen liess.
Doch Sandfell kümmerte das nicht, er wusste, dass Menschen und Tiere jetzt in diesem Land voreinander sicher waren und sich achteten. Daher beschloss er, weiter zu wandern, denn es gab noch so viel zu tun und seine selbstgestellte Aufgabe war noch nicht beendet.
Tage um Tage war er unterwegs, manchmal schlief er bei den Menschen und manchmal in einem Versteck im Freien.
Langsam veränderte sich die Landschaft, die Gegend wurde flacher und der Fluss begann, sich zu verzweigen. Immer öfter musste Sandfell Umwege machen und grossen Wasserflächen ausweichen. Denn obwohl alle Katzen schwimmen könne, so tun sie das nur, wenn sie unbedingt müssen. Sandfell liebte das Wasser nicht und zog daher lieber einen längeren Weg vor.
Sümpfe lagen vor Sandfell und die Gegend wurde unwirtlicher. Da er immer wieder grössere Wasserflächen umgehen musste, kam er ganz von der Richtung ab, in die er eigentlich gewollt hatte. Eines Nachts hörte Sandfell ein Rauschen. Es war seltsam, so etwas hatte er noch nie gehört. Das Rauschen blieb die ganze Nacht. Als der Morgen dämmerte, sah er was das Rauschen verursachte. So etwas hatte er noch nie gesehen. Da war Wasser. Unendlich viel Wasser. Soviel Wasser hatte Sandfell noch nie gesehen. Das Land endete, es lief in einer Fläche aus, ähnlich wie an manchen Stellen das Ufer an den Flüssen. Dann begann das Wasser. Und bis zum Horizont war Wasser. Wellen schlugen sanft ans Ufer und verursachten das Rauschen. Sandfell erstarrte fast vor Ehrfurcht.
So sah Sandfell der Kater das erste mal das Meer.
Zwar hatte er wie alle Katzen eine Scheu vor Wasser, aber trotzdem flösste ihm das Meer keine Furcht ein. Er schaute sich erst einmal um.
In einiger Entfernung waren Hütten der Menschen zu sehen. Rauch stieg auf von den Feuerstellen der Menschen. In dieses kleine Dorf wollte Sandfell nun gehen. Was ihn aber verwunderte war, wie die Menschen hier leben konnten. Er sah nirgendwo Felder oder Ähnliches. Die Menschen waren am Wasser und arbeiteten dort mit irgendwelchen Dingen.
Ein seltsamer Geruch lag in der Luft. Jetzt sah der Kater was die Menschen dort hatten. Es waren Fische. Nun kannte Sandfell Fische, er hatte oft in den Flüssen welche gesehen, aber noch nie einen erbeutet, denn in das Wasser traute er sich nicht. Aber diese Fische, so schien es, waren von den Menschen an Land geholt worden. Langsam kam der Kater näher.
Jetzt hatten die Menschen ihn zwar bemerkt, aber sie beachteten ihn nicht, sondern verrichteten weiterhin ihre Arbeit. Seltsame Vögel waren auch da, die sich um Fischreste stritten.
Nun gingen die Menschen mit den Fischen zu den Hütten und der Kater folgte ihnen.
Die Menschen beachteten ihn erst nicht, aber als er ihnen in eine Hütte folgen wollte, wurden sie aufmerksam.
Einer beugte sich zu ihm herab. „Wer bist du denn?“ fragte er und Sandfell miaute.
Der Mann beugte sich zu ihm herab und Sandfell schaute ihn aus grossen Augen an.
Der Mann lachte. „Sieh an, da ist einer, der auch Fischer werden möchte!“ rief er und deutete auf Sandfell. Jetzt sahen ihn die anderen auch und fingen an zu lachen. Zwar wunderten sie sich, was eine Katze am Meer suchte, aber sie machten kein weiteres Aufheben über Sandfell’s Anwesenheit.
Und so blieb Sandfell bei den Fischern.
Mäuse gab es hier nicht, aber er bekam immer einen Fisch.
Fische schmeckten wirklich gut, aber die Vögel stritten sich auch darum und er musste zusehen, dass sie ihm den Fisch nicht aus den Pfoten stahlen.
Die Fischer beobachteten dies immer wieder und obwohl sie nicht sicher waren, ob der Kater sie verstand, sagten sie immer wieder: „Es ist besser wenn du dich von den Möwen fernhältst. Sie können dich mit ihren Schnäbeln schwer verletzen.“
Möwen? Jetzt verstand Sandfell, die fremden Vögel am Strand hiessen so.
Gut, er würde schon acht geben, aber trotzdem würde er immer wieder an den Strand gehen, denn die Fische schmeckten wirklich zu gut.
Einmal wollten sie ihn mit in ein Boot nehmen, aber er misstraute dem Ding. Zwar schüffelte er immer wieder in den Booten, jedoch nur, wenn die Fischer sie an Land gezogen hatten.
Immer wieder geschah es, dass er einen frischen Fisch bekam, wenn sie vom Meer zurückkamen. Doch einfach war das nicht, denn die Möwen waren einfach überall und sie waren Futterneider. Wenn Sandfell einen Fisch bekam, rannte er deshalb so schnell wie möglich in eine Hütte, wo sich die Möwen nicht hineintrauten.
Eine der Frauen kam nur selten aus ihrer Hütte
Sie war hochschwanger, und Sandfell roch, dass sie bald gebären würde.
Eines Tages gab es eine grosse Aufregung und einige ältere Frauen verschwanden in der Hütte, in der die Schwangere war und liessen niemand hinein, auch die Männer nicht.
Der Mann, der mit der Schwangeren zusammen in der Hütte lebte durfte auch nicht hinein.
Unruhig wanderte er immer vor der Hütte auf und ab. Verständnislos betrachtete Sandfell, was sich da abspielte. Einen Reim darauf konnte er sich nicht machen.
Mit einem mal gab es eine Aufregung und einige der Frauen rannten laut rufend aus der Hütte. Sie redeten auf den Mann ein und der ging in die Hütte. Sandfell folgte ihm.
Doch was war das? Die Frau in dem Schlaflager hielt ein ganz kleines Menschenkind in den Armen. Sandfell stutzte. Das war vorher noch nicht da gewesen.
Dann begriff er. Die Frau hatte das Kind eben erst geboren. Nur ging das anders vor sich als bei den Katzen, diese zogen sich bei der Geburt in ein Versteck zurück. Bei den Menschen war das wohl anders. Langsam und vorsichtig kam der Kater näher und betrachtete das Kind und die anderen Frauen hielten ihn nicht zurück.
Ganz verschrumpelt und klein war es und irgendwie erinnerte es Sandfell an frischgeborene Kätzchen. Doch warum schrie es? Es sollte still sein, damit Feinde es nicht entdecken konnten, jedenfalls war es bei den Katzen so. Aber Sandfell war ein Kater, deshalb verstand er nicht viel davon. Bei einer Katze wäre das vielleicht anders gewesen.
Doch dann erinnerte er sich daran, dass die Menschen ja nur wenig Feinde hatten und so begann er zu begreifen, dass das Kleine nur nach seiner Mutter schrie. Die reagierte auch prompt und hielt ihm die Brust hin und das Neugeborene begann zu saugen.
Sandfell betrachtete es lange, dann legte er sich in eine Ecke und schlief ein.
5 07.03.2010 21:18 mike1024 ist offline E-Mail an mike1024 senden Beiträge von mike1024 suchen Nehmen Sie mike1024 in Ihre Freundesliste auf
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Ying Yang RE: Die Sage von Sandfell

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Danke, Mike !

Ich muss jetzt ins Bett...

LG

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6 07.03.2010 21:46 lunamurkel ist offline E-Mail an lunamurkel senden Beiträge von lunamurkel suchen Nehmen Sie lunamurkel in Ihre Freundesliste auf
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RE: Die Sage von Sandfell

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Hallo, lieber Mike Winken

verwirrt verwirrt Augen rollen Wenn ich doch bloß wüßte, wie ich das ausdrucken kann - ich würde es so gerne meinem Enkelkind schicken - geht die Geschichte noch weiter ?

Da fühlt man sich als "erwachsener Mensch" gerne ein wenig in die eigene Kindheit zurückversetzt - ich konnte als Kind schon nie genug Tiergeschichten lesen und stelle jetzt fest, das ich als Oma immer noch eine große Freude empfinde, wenn ich so schöne Geschichten lese !

Noch einmal vielen Dank dafür ! Clap Herz Clap

Liebe Grüße
Ursula






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7 07.03.2010 22:01 ursula_oberholz ist offline Beiträge von ursula_oberholz suchen Nehmen Sie ursula_oberholz in Ihre Freundesliste auf
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Die Sage von Sandfell - Sandfell’s Wanderung Teil 2

Immer wieder versuchte er in der folgenden Zeit etwas über Madan und Ivani zu erfahren, aber es kamen keine Nachrichten.
So kehrte er eines Tages dem Fischerdorf den Rücken und begab sich wieder auf Wanderschaft.
Immer am Meer entlang wanderte Sandfell.
Gelegentlich traf er auf eine Menschensiedlung, in der die Menschen vom Fischfang lebten, aber nirgendwo erfuhr er etwas über den Verbleib von Madan und Ivani.
So wandte er dem Meer den Rücken zu und ging wieder nach Osten
Immer weiter ging es nach Osten, bis er an den Rand einer Wüste kam. Das waren schlimme Tage für den Kater. Tagsüber versteckte er sich vor der sengenden Sonne unter Felsen und in der Nacht war es bitterkalt. Zum Jagen bekam er nur kleine Echsen und Insekten und manchmal einen Skorpion. Und er hatte fürchterlichen Durst.
Als er schon glaubte, er würde in der Wüste jämmerlich zugrunde gehen, sah er in der Ferne etwas grünes. Ja, da war eine Oase und einige Zelte der Menschen. Vorsichtig schlich er näher und tatsächlich kam er ungesehen bis neben ein Zelt.
Ziegen waren da und einige Menschen zwischen den Zelten. Ungesehen näherte sich Sandfell den Zelten. Bei den Zelten waren nur Frauen, Männer waren keine zu sehen.
Inmitten eines Palmenhaines gab es eine Wasserstelle und dorthin führte des Katers Weg als erstes. Als er getrunken hatte schaute er sich die Zelte näher an. Er war einfach neugierig, wie alle Katzen. Von den Menschen ging ja keine Gefahr aus. Die Zelte waren ganz anders als die Hütten und Häuser die er kannte. Da er müde war legte er sich auf ein Kissen und schlief dort ein. So fand ihn eine der Frauen. Sie erschrak erst, als sie den Kater sah, aber als sie Sandfell nur verschlafen anblinzelte, kam sie ihm näher. Der gähnte herzhaft und streckte sich. Dann lag er einfach nur da und schaute die Frau an. Die lächelte und hielt im die Hand hin. Sandfell rieb den Kopf an der Hand und fing zu schnurren an. Die Frau streichelte ihn und da wusste Sandfell, dass er ihr vertrauen konnte.
So blieb er bei diesen Menschen.
Natürlich war das Leben hier ganz anders, als er es sonst von den Menschen gewohnt war.
Die Zelte waren nicht wie die Dörfer und Städte, die er kannte. Es war hier eine einzelne Familie. Eine grosse zwar, aber eine Familie. Es gab auch keinen Vorsteher, sondern ein Oberhaupt, einen Partiarchen. Das war ein alter Mann und sein Wort war Gesetz.
Da aber Sandfell das Familienleben nicht weiter störte und auch sein Futter selbst suchte, duldete der Patriarch, dass er dablieb.
Den Tag über war der Patriarch bei den Ziegen und hütete sie.
Und Sandfell war die meiste Zeit mit dem Patriarchen bei den Ziegen. Meist suchte er sich ein schattiges Plätzchen und döste vor sich hin. Und mit der Zeit wurde er gut Freund mit dem Patriarchen und der duldete es sogar, dass Sandfell ins Zelt durfte. Meistens war er dort bei den Frauen und Kindern. Des nachts ging er jagen. Mäuse gab es hier nur wenige und sie sahen auch anders aus, als er sie kannte. Doch manchmal erwischte er einen leckeren Skorpion und einmal sogar eine unvorsichtige junge Schlange.
Es war immer spät in der Nacht, wenn er zu den Zelten zurückkam.
Doch diesmal war irgend etwas anders.
Die Ziegen waren unruhig in der Nacht. Irgend etwas war da draussen. Jetzt konnte er das leise Tappen von Pfoten hören und kurz darauf sah er einen Schatten in der Dunkelheit.
Ein Schakal! Schakale jagten normalerweise in Rudeln, aber dieser war alleine.
Das war mehr als ungewöhnlich, aber vielleicht war etwas schlimmes geschehen und der Schakal war von seinem Rudel getrennt worden. Langsam schlich der Schakal um die Ziegenherde die auch bemerkt hatte, dass etwas nicht stimmte und unruhig wurde.
Sandfell wusste, der Schakal würde versuchen eine der Ziegen zu reissen. Der Schakal mochte, da er alleine und ohne Rudel war, ausgehungert und daher noch viel gefährlicher als sonst sein. Aber was konnte er tun?
Die Menschen warnen? Bis die kamen, hatte der Schakal schon zugeschlagen.
Der war jetzt schon innerhalb des Pferches und würde jeden Moment angreifen.
Also buckelte Sandfell, sprang auf eine Ziege und begann, ihr den Rücken zu zerkratzen. Die Ziege bekam Panik und rannte wie wild im Pferch umher. Jetzt gerieten auch die anderen Ziegen in Panik. Und der Schakal war mitten unter ihnen, doch in ihrer Angst beachteten die Ziegen ihn nicht und ehe er sich’s versah, geriet er unter ihre Hufe. Unzählige Tritte bekam er und sein ganzer Körper schmerzte. Im Rudel wäre ihm das nie passiert. Die Ziegen wollten sich nicht beruhigen, sondern fingen an, auf dem Schakal herumzutrampeln, bis dieser kein Lebenszeichen mehr von sich gab. Er war tot.
Durch den Krach waren die Menschen aufgewacht und kamen angerannt.
Im Schein ihrer Fackel, sahen sie die Ziegen um den toten Schakal herumstehen und daneben Sandfell, der sich unberührt von dem Geschehen das Fell putzte. Das war ja auch notwendig, denn die wilde Hatz hatte ziemlich viel Staub aufgewirbelt.
Obwohl die Menschen nicht wussten, was wirklich geschehen war, wussten sie, dass der Kater irgend etwas damit zu tun hatte. Sie standen um den toten Schakal und redeten aufgeregt miteinander, bis der Patriarch ein Machtwort sprach.
Sandfell wurde mit in ein Zelt genommen und bekam dort erst einmal ein Schälchen Ziegenmilch.
Er blieb noch einige Zeit bei dem Patriarchen und seiner Familie, doch eines Tages wurde er immer unruhiger.
Er wollte jetzt weiterziehen.
Inzwischen wusste er, dass in der Richtung, in die er ursprünglich wollte, nichts als Wüste war. Aber im Nordwesten war das Land hügliger und es gab Gebüsch und kleinere Bäume. Daher beschloss er, in diese Richtung zu gehen.
Viele Tage war er unterwegs, als er an die Berge kam.
Sandfell hatte schon viele Berge gesehen, aber noch nie so hohe. Hoch oben waren die Berge weis, aber er wusste nicht warum das so war. Es war jetzt auch merklich kälter geworden und der Kater, der Wärme gewöhnt war, fror an manchen Tagen trotz seiner Fells erbärmlich.
Lange hatte er keine Siedlung der Menschen mehr gesehen und auch keine Spuren von Menschen entdeckt. Immer höher kam er in die Berge und er musste zusehen, dass er etwas zum Jagen bekam. Nur wenig Tiere gab es hier und sie konnten sich gut verstecken. Gelegentlich sah er hoch oben Adler fliegen. Sie hatten wohl hier in den Bergen irgendwo ihre Horste. Die Felsen wurden immer grösser und gelegentlich war dieser weise Belag darauf. Der war sehr kalt, wurde aber zu Wasser, wenn Sandfell ihn länger an den Pfoten hatte und das mochte er gar nicht. Schliesslich war alles weis und sehr kalt. Sandfell war auf einem hohen Gebirgspass angekommen und schaute von oben herab auf das Land. Da waren viele hohe Berge , aber er vermeinte, dass sie in der Ferne niedriger waren. Dorthin wollte er, denn hier oben gab es ausser ihm niemand. So wanderte er weiter und endlich wuchsen wieder Pflanzen und es gab kleine Nager oder Echsen die er erbeuten konnte. Und dann eines Tages hatte er das Gebirge hinter sich gelassen.
Das Land war immer noch bergig, aber die Berge waren nicht mehr so hoch.
Viele Tage vergingen und immer wanderte er weiter nach Westen. Not litt er keine, denn hier gab es wieder viel Beute. Einmal sah er weit entfernt eine Rauchsäule aufsteigen. Das waren Menschen, aber als er am nächsten Tag dort ankam, fand er nur eine verlassene Feuerstelle und Spuren der Menschen. Sie waren wohl weitergezogen.
Das Land wurde wieder steiniger, aber die Hügel niedriger.
Und nach einer langen Reise kam Sandfell wieder an ein Wasser.
Das war ein Fluss, aber seltsamerweise roch das Wasser salzig, wie Meerwasser.
Der Kater war an der Meerenge angekommen welche die Menschen eines fernen Tages Bosporus nennen würden.
Am Ufer waren Boote festgemacht und einige Menschen arbeiteten dort. Der Kater kannte das, es waren Fischer. Möwen kreisten über ihnen und einige hockten auf Felsen in der Nähe. Sie hofften wohl, dass ein Stück Fisch für sie abfiel.
Der Kater lief auf sie zu und die Fischer konnten ihn schon von weitem sehen.
Sie hatten ihre liebe Not, ihren Fang vor den Möwen in Sicherheit zu bringen.
Doch nicht immer gelang es ihnen.
Es wurden immer mehr Möwen, ihre Zahl war jetzt unüberschaubar.
Immer frecher und gieriger wurden die sie.
Sie schafften es immer wieder, aus dem frischen Fang der Fischer einen Fisch zu stehlen.
Doch als der Kater näher kam hörten viele damit auf und schauten, was da seltsames auf sie zukam. Die Möwen waren nicht sehr viel kleiner als Sandfell, manche sogar genau so gross und sie waren in der Überzahl, aber sie wussten nicht, was sie von ihm halten sollten. Hier in der Gegend gab es keine Katzen und sie hatten noch nie eine gesehen.
Es könnte ja sein, dass er gefährlich war.
So wie es aussah, hatten sie Respekt vor dem Kater, obwohl sie ihm mit ihren Schnäbeln gefährlich werden konnten.
Sie sassen jetzt in einiger Entfernung auf Steinen und Holzpfosten und beäugten ihn misstrauisch.
Die Fischer hatten auch gesehen, warum die Möwen ihren Raubzug unterbrochen hatten und versuchten eiligst, den Fang in Sicherheit zu bringen. Einer von ihnen kam Sandfell langsam entgegen. Zwar hatten sie hier noch nie eine Katze gesehen, aber sie hatten von ihnen gehört.
Sandfell schnupperte an der Hand des Fischers, schaute ihn an und miaute.
Der Mann lächelte, drehte sich um und ging wieder zu den Booten. Sandfell folgte ihm.
Bei den Booten nahm der Fischer einen kleinen Fisch aus dem Fang und hielt ihn dem Kater hin. Der schnupperte erst einmal daran, dann schnappte er sich den Fisch und begann ich zu verspeisen. Aber jetzt war er doch neugierig. Die Boote sah anders aus, als er es kannte und er sprang in eines hinein und untersuchte alles was darin war. Auf die Menschen achtete er nicht mehr. Plötzlich gab es einen Ruck, ein Knirschen und ein Schaukeln. Die Fischer hatten das Boot wieder ins Wasser geschoben. Der Kater wollte sofort herausspringen, aber sie waren schon zu weit vom Ufer entfernt. Die Möwen hatten sich wieder gesammelt und die Fischer ruderten mit alle Kraft. Was blieb ihm anderes übrig, er musste im Boot bleiben.
Das Boot schaukelte furchtbar auf den Wellen und Sandfell duckte sich ganz flach auf den Boden. Dann erreichte das Boot das gegenüberliegende Ufer und schob sich knirschend auf den Strand.
Dort sprang er aus dem Boot. Er hatte genug von Booten. Kurz sah er zu den Fischern zurück und lief den Hügel hinauf. Das erste Stück seines Weges war steinig und wenig mit Pflanzen bewachsen, aber danach begannen Wälder, die immer grösser und ausgedehnter wurden.
Dieses Land war ihm völlig fremd. Die Wälder hier waren ganz anders, als er sie kannte, viele Bäume hatten keine Blätter, sondern spitze Nadeln. Auch das Wetter war anders, es regnete oft und der Kater verbarg sich unter schützendem Gestrüpp und manchmal in Höhlen vor der Nässe.
Auch war es nicht mehr so warm, auch wenn die Sonne schien.
Menschensiedlungen hatte er schon lange keine mehr gesehen.
Gelegentlich sah er fremde Tiere, Füchse, Hasen und einmal sogar einen Luchs.
Doch der Luchs, eigentlich ein Verwandter der Katzen, war schnell wieder verschwunden.
Er war nun weit in diesem fremden Land gewandert, als er beschloss umzukehren. Hier würde er nichts finden.
Er war bereits seit einigen Tagen auf dem Rückweg, als er Geräusche hörte, die ganz eindeutig von Menschen stammten. Ja, das waren die Stimmen von Menschen, aber sie hörten sich ganz anders an, als er das kannte. Dann sah er sie. Es war eine kleine Gruppe von Menschen, Männer Frauen und Kinder, die durch den Wald liefen. Sie waren schwer bepackt.
Offensichtlich hatten sie ihr gesamtes Hab und Gut bei sich und zogen umher, wie der Kater es von früher kannte. Zwei grosse Hunde waren bei ihnen.
Sandfell duckte sich ins Unterholz und wartete erst einmal ab. Es war jetzt bereits Abend und die Menschen suchten sich einen Lagerplatz für die Nacht. Dann wurde ein Feuer entzündet und die Menschen sassen um das Feuer. Auch die Hunde waren dabei. Ihre feinen Nasen hatten Sandfell bereits gewittert, aber sie wussten den Geruch nicht einzuordnen.
Sandfell schlich langsam näher. Die Hunde witterten und fingen an zu bellen.
Sofort buckelte Sandfell und fing zu fauchen an.
Jetzt wurden hatten die Menschen den Kater auch gesehen.
Erstaunt schauten sie auf ihn. So ein Tier hatten sie noch nie gesehen. Zwei der Männer hielten die Hunde zurück, während ein weiterer langsam näher kam.
Sandfell hatte sich etwas beruhigt und versuchte, den Geruch des Mannes zu erfassen.
Er kam ihm langsam näher. Die Hunde waren jetzt auch ruhig, beobachteten ihn aber weiterhin. Der Mann wunderte sich, warum der Kater keine Furcht zeigte und beugten sich zu ihn hinunter. Sandfell begann, an seiner Hand zu schnüffeln.
Die Menschen redeten etwas in einer unbekannten Sprache und lachten. Anscheinend hatten sie sich überzeugt, dass das seltsame Tier harmlos war.
Sandfell rieb sich an den Beinen des Mannes und der lies es zu.
Jetzt war das Eis gebrochen.
So blieb Sandfell bei der Gruppe Menschen und zog mit ihnen einige Zeit durch die Wälder.
Aber Jagen musste er selber, denn die Menschen hatten kaum genug für sich.
Die Hunde beobachteten ihn immer argwöhnisch, liessen ihn aber in Ruhe, auch weil die Menschen sie zurückhielten..
Den Menschen gefiel, dass der Kater ihre Nähe suchte und da er kein Futter brauchte und auch sonst harmlos war, hatten sie nichts dagegen, dass er bei ihnen blieb.
Eine der Frauen hatte ein Kind dabei.
Das war ein neugeborenes, höchstens einige Tage alt.
Eines Abends entzündeten die Menschen wieder ein Feuer und sassen im Kreis darum.
Es war kalt geworden und das Feuer wärmte nicht mehr so sehr.
Die Menschen froren, sie hatten ja kein Fell. Ihre Kleidung schützte sie nur unzureichend gegen die Kälte. Besonders das Neugeborene litt darunter. Die Frau presste es an sich, um es zu wärmen, aber so, wie es aussah, reichte das nicht. Das Kind weinte nur noch und seine Haut bekam eine ganz ungesunde Farbe. In der Nacht drängelten sich alle dicht aneinander und auch der Kater machte keine Ausnahme.
Ganz eng drückte sich Sandfell an das Kind und die Frau liess es zu.
Sandfell’s wärmendes Fell schützte das Kind vor der Kälte. Und langsam, ganz langsam, wich die ungesunde Farbe aus dem Gesicht des Kindes. Es fror immer noch erbärmlich, aber die Wärme des Katers hatte geholfen, dass es nicht erfror.
Die Menschen und vor allem die Frau sahen den Kater aus dankbaren Augen an und Sandfell bekam von einem sogar ein Stück der Jagdbeute.
Auch die Hunde hatte gemerkt, dass der Kater nichts böses wollte, ja, sogar ihren Herren half.
Daher liessen sie ihn in Ruhe und er vermeinte sogar, dass sie Respekt vor ihm hätten.
Einige Zeit blieb Sandfell bei den Menschen, aber die blieben nie lange an einem Platz, sondern wanderten umher. Jagen musste er im Wald.
Daher dachte er eines Tages daran, weiterzuziehen.
Auf seinen ganzen Wanderungen hatte er kein Zeichen von Ivani oder Madan entdeckt, deshalb beschloss er, wieder in das Land zurückzukehren, aus dem er stammte.
So machte sich Sandfell auf den Weg, zurück über die Meerenge, die Berge und die Wüste.
Viele Male war es Vollmond gewesen, als Sandfell wieder in eine Gegend kam, die er kannte.
Da war der Fluss, das Grasland und der Wald.
Lange war Sandfell fortgewesen, aber jetzt war er wieder zuhause.
Doch ruhen würde er niemals und so streifte er weiter rastlos durch das Land immer auf der Suche nach jemand, der seine Hilfe benötigte.

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Die Sage von Sandfell - Sandfell’s letzte Tat

Sandfell wanderte weiter durch das Land und half, wo er nur konnte
Doch er war alt geworden und die Jagd bereitete ihm schon einige Mühe.
Eines Tages kam er in eine kleine Stadt am Rande der Berge.
Viele Menschen waren da, es war Markttag und niemand beachtete den Kater.
Er stromerte über den Marktplatz, von niemand beachtet. Irgendwo wollte er ein ruhiges Plätzchen finden und sich ausruhen. Da sah er in einem Hauseingang eine Katze mit ihren vier Jungen. Die Katze döste in der Sonne und die Jungen tollten um sie herum.
Langsam kam Sandfell ihr näher. Die Katze wachte auf und schaute in seine Richtung.
Er legte sich in einiger Entfernung von der Katze auf den Boden und begann sich zu putzen.
Die Katze schaute zu ihm herüber und ganz langsam kam Sandfell ihr näher.
Erst fauchte sie ein wenig, sie wollte wohl ihre Jungen schützen, liess aber dann zu, dass er näher kam. Dann erkannte sie ihn. Denn alle Katzen hatten schon von Sandfell und seinen Taten gehört.
Sandfell begrüsste sie nach Katzenart und legte sich dann neben sie. Sie hiess Weispfote und sie lebte hier bei den Menschen. Sandfell blieb bei Weispfote und auch die Menschen nahmen ihn freundlich auf. Sie hatten drei Kinder, die oft mit den Katzen spielten.
Der Mann war tagsüber nicht zuhause. Sandfell hatte ihn mehrmals in der Stadt gesehen, wo er seinen Geschäften nachging.
Das Haus hatte nur zwei Räume, in dem vorderen war auf einer Seite eine Feuerstelle, auf der die Menschen ihr Essen zubereiteten. Oft war die Mutter der Kinder dort zugange und bereitete das Essen für die Familie zu.
Sandfell freundete sich mit den Kindern an, die oft mit ihm spielten.
Manchmal waren diese Spiele ziemlich wild und der Kater musste zusehen, dass er nicht versehentlich verletzt wurde. Sie veranstalten wilde Hetzjagden durch das Haus oder er versteckte sich und die Kinder suchten ihn. Wenn sie ihn dann gefunden hatten, gab es eine ausgedehnte Schmuse- und Streichelzeremonie. Natürlich ging dabei manchmal etwas zu Bruch, aber die Frau war nie wirklich böse deswegen. Sie schimpfte zwar, aber danach war alles wieder gut. Sandfell hatte das Gefühl, dass sie sich manchmal fast wie eine Katze verhielt. Jedenfalls war sie nicht nachtragend. Nur wenn die Kinder zu nahe an die Feuerstelle kamen, wurde sie wirklich ärgerlich. Doch bei diesen wilden Spielen war das nicht immer möglich. Nun war der Kater sehr geschickt und flink, doch die Kinder achteten wenig darauf, was bei so einer Hetzjagd geschehen konnte. So passierte es, dass eines der Kinder unvorsichtig war und dabei einen Krug umstiess und dessen Inhalt ins Feuer kippte.
In dem Krug war Öl gewesen. Sofort brannte das Öl und die Flammen schlugen hoch und verbreiteten sich schnell. Im Nu stand fast der gesamte Raum in Flammen.
Sandfell hatte nur das Krachen des Kruges gehört und wartete am Hauseingang auf die Kinder. Dann würde er zurückrennen und das Spiel könnte von neuem beginnen.
Doch da stimmte etwas nicht.
Jetzt spürte der Kater die Hitze.
Feuer! Es brannte lichterloh! Und drinnen war noch die Kinder und Weispfote mit ihren Jungen!
Der Kater versuchte, an die Flammen zu kommen, um einen Durchschlupf zu finden, aber es war viel zu heiss. Er hörte die Schreie der Kinder und Weispfote’s klägliches Miauen.
Was sollte er tun? Jetzt konnten nur noch die Menschen helfen. So schnell er konnte, rannte Sandfell zum Marktplatz. Viele Menschen waren dort und keiner von ihnen hatte das Feuer bemerkt. Er miaute so laut er konnte, aber nur wenige drehten sich nach ihm um.
Sandfell fing an, an einigen Menschen hochzuspringen und rannte dann einige Schritte in Richtung des Brandes, blieb wieder stehen und fing an zu Miauen.
Er schrie sich die Lunge aus dem Leib. Und endlich wurden viele Leute auf des Schreien des Katers aufmerksam. Langsam, viel zu langsam, reagierten sie. Sandfell rannte auf das Haus zu, blieb aber immer wieder stehen und drehte sich um, um sich zu vergewissern, dass ihm die Menschen folgten. Und das taten sie auch, denn jetzt hatten sie auch den Rauch gesehen.
Es gab ein Geschrei und auch die Menschen begannen zu rennen. Mit Decken schlugen sie auf das Feuer ein und tatsächlich gelang es ihnen, soviel Flammen zu ersticken, dass eine Bresche entstand durch die sie sich weiter vorkämpften. Sandfell nutzte die Lücke und sprang auch zwischen den Flammen durch, dorthin, wo Weispfote mit ihren Jungen vor Angst zitternd sass.
Ohne zu zögern fasste er mit seinen Zähnen das junge Kätzchen, das ihm am nächsten war, am Genick und rannte zurück. Dann drehte er sofort wieder um und sah auch schon Weispfote mit zwei weiteren Jungen aus dem Haus kommen. Hinter ihr kamen einige Menschen, welche die Beiden Kinder in den Armen hielten. Ihnen war offensichtlich ausser dem Schrecken nichts passiert. Aber eines von Weispfote’ Jungen musste noch im Feuer sein, also rannte Sandfell zurück.
Die Flammen loderten hoch und die Bresche, welche die Menschen geschlagen hatten war fast schon wieder von den Flammen geschlossen. Doch der Kater schaffte es gerade noch hindurch. Sofort packte er das letzte Junge am Genick, und wollte zurück, als ein grosser Baken herunterstürzte und ihn um haaresbreite verfehlte. Funken stoben und der ganze Raum füllte sich augenblicklich mit beissendem Rauch. Doch der herabstürzende Balken hatte eine Lücke in die Wand gerissen. Der Kater erkannte, dass dies die einzige Möglichkeit war, zu entkommen. Mit dem Kleinen in den Fängen suchte er sich einen Weg durch die brennenden Trümmer. Endlich war er auf der Strasse. Erschöpft sank er zu Boden.
Das Haus brannte lichterloh, aber alle waren gerettet.
Er konnte nicht mehr, er hatte sich völlig verausgabt. In seiner Nase war nur noch der Geruch des Rauches. Sein Fell war angesengt und er hatte grosse Schmerzen. Die Menschen standen um Sandfell herum und redeten durcheinander. Weispfote sass daneben und leckte ihre Jungen ab, schaute aber immer wieder zu Sandfell herüber.
Der Vater der Kinder beugte sich zu ihm herunter und streichelte des Katers Kopf.
Sandfell begann zu husten, er hatte sehr viel Rauch abbekommen. Alles drehte sich um ihn und obwohl er lag, wurde ihm schwindlig. Jetzt kniete auch die Mutter der Kinder neben Sandfell. Der versuchte sich aufzurichten. Und hustend gelang ihm das auch. Er war erschöpft und wollte hier weg. Langsam, fast torkelnd, tapste er zwischen den Häusern hindurch auf die Felder zu. Weispfote und ihre Jungen folgten ihm und ganz langsam auch einige Menschen, doch wagte keiner, Sandfell näher zu kommen. Immer wieder musste er husten, der Rauch hatte ihm sehr zugesetzt. Wieder wurde ihm schwindelig. Unter einem Baum konnte er einfach nicht mehr weitergehen. Weispfote kam mit ihren Jungen zu ihm. Sandfell sah, dass keines eine Verletzung hatte und schaute Weispfote an. Die begann ihm das Fell zu lecken. Sandfell genoss die Zuwendung und schloss die Augen. Er wusste, dass er seine Aufgabe erfüllt hatte. Ihm wurde ganz leicht, dann umfing ihn gnädige Dunkelheit.
So starb Sandfell der Kater, wie er gelebt hatte. Geboren in der Wildnis, Gefährte der Lilith und Mittler zwischen den Menschen und den Tieren.
Die Nachricht von Sandfells Tod verbreitete sich in Windeseile.
Viele wollten ihm die letzte Ehre erweisen und von jeder Art kamen zwei Tiere an des Katers Totenlager.
Doch keines der Tiere rührte den Leichnam an, auch die Aasfresser nicht.
Alle trauerten und beklagten ihn, zwei Tage lang.
Am dritten Tag kam von Süden her ein grosser Elefant und mit ihm seine ganze Herde.
Der Elefant schlang ganz sanft seinen Rüssel um Sandfell, hob ihn hoch und ging mit ihm fort, dorthin, woher er gekommen war.
Lange marschierte der Elefant und alle Tiere folgen ihm.
Nach vielen Tagen kam der Trauerzug an einen Fluss.
Da war auch der Löwe, der König der Tiere, mit seinem Gefolge.
Als Sandfells Leichnam an ihm vorübergetragen wurde, senkte auch der König der Tiere seinen Kopf.
Nahe beim Flussufer war ein kleiner Hügel, Gras und Blumen wuchsen darauf.
Maulwürfe und Kaninchen waren da zugange und sie trieben eine grosse Höhle in den Hügel.
Und Sandfell wurde dort bestattet, nach der Art, wie es eigentlich der Menschen Sitte ist.
Dann verschlossen sie die Höhle und die Biber kamen, bauten einen Damm und das Wasser stieg, dass ein See entstand.
Und inmitten des Sees erhob sich wie eine Insel Sandfells Grab.
Die Tiere aber stellten um den See eine Ewige Wache auf, zu Ehren von Sandfell dem Kater.
Und dort, inmitten des Wassers, unter Blüten und Gräsern, ist sein kühles Grab bis die Welt sich wandelt.
Denn Sandfell ist tot, doch seine Taten sind nicht vergessen bis zum heutigen Tag.
9 09.03.2010 04:23 mike1024 ist offline E-Mail an mike1024 senden Beiträge von mike1024 suchen Nehmen Sie mike1024 in Ihre Freundesliste auf
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Die Sage von Sandfell - Sandfells Bestimmung

Sandfell ging es sehr schlecht. Er hörte ein Rauschen und wollte sich danach umschauen.
Da war wohl Wasser. Er fühlte sich unsagbar müde und wollte dennoch die Augen öffnen, brachte jedoch nur ein Blinzeln zustande. Ja, da war Wasser, das in Wellen gegen Felsen schlug.
Der Kater versuchte sich aufzurichten um vom Wasser wegzukommen, aber es gelang ihm nicht. Endlich, ganz langsam und mühsam gelang es ihm, sich etwas vom Wasser wegzuschieben, in den Schutz einiger Felsen. Dort lag er, völlig erschöpft.
Endlich hatte er genug Kraft gesammelt um sich zwischen den Steinen weiter hoch zu arbeiten. Ganz mühsam kroch er zwischen den Felsen, immer weg von den Wellen und dem Wasser.
Immer öfter gelang es ihm einen Spalt zwischen den Steinen zu finden. Er fühlte, wie seine Kräfte langsam zurückkehrten. Immer besser kam er vom Wasser weg und die Klippen empor. Er fühlte sich wieder jung und stark, wie vor langer Zeit. Endlich war er oben auf der Klippe und es ging ihm so gut, wie in seinen besten Tagen.
Er schaute sich um. Da war ein weites Land im Sonnenlicht. Grüne Wiesen sah er da und in der Ferne mit Wald bewachsene Hügel. Und verschiedene Tiere konnte er erkennen.
Plötzlich hörte er ein Geräusch und drehte sich danach um.
Da stand ein Mensch. Oder war es doch keiner? Denn der Kater konnte sein Gesicht nicht sehen. Es schimmerte in einem hellen Licht.
Sandfell schaute sich wieder um und erblickte ein weites Land unter heller Sonne, da beugte sich der Leuchtende zu ihm hinab und sagte nur: „Willkommen Sandfell, Kater, Jäger, Schleicher, ich habe dich erwartet.“
„Wo bin ich?“ fragte Sandfell.
Der Kater wunderte sich, dass er die Menschensprache nicht nur verstehen, sondern auch sprechen konnte.
„Wo bin ich hier?“ fragte Sandfell noch einmal.
„Du bist im Land am Rande der Zeit. Denn dieses Land liegt zwischen dem Vergänglichen und der Ewigkeit. Die Welt, wie du sie kennst, hast du verlassen.“
„Verlassen? Was meinst du damit? Bin ich etwa tot? Aber ich bin doch lebendig hier.“
„Ja, du bist lebendig hier, aber dennoch ist es anders. Du wirst es bemerken. Jetzt komm.“
Der Leuchtende ging die Klippen hinab auf die Wiesen zu und Sandfell folgte ihm.
Das Land am Rande der Zeit war wundervoll.
Grüne Wiesen waren da und viele Tiere. Das Wetter war immer angenehm und warm.
Langsam ging Sandfell durch die Wiesen und betrachtete staunend die Gegend.
Plötzlich stand der Leuchtende wieder neben ihm.
Sandfell erschrak erst, weil der so unvermittelt aufgetaucht war, doch der Leuchtende sagte nur: „Erschrick nicht. Ich möchte, dass du mitkommst. Ich will dich mit jemand bekannt machen.“
Der Kater wusste nicht, was er davon halten sollte, aber schliesslich siegte die Neugier.
Der Leuchtende schritt über die Wiesen und Sandfell folgte ihm.
Vor einem Gebüsch lag in der Sonne eine Katze.
Der Leuchtende sagte zu Sandfell: „Hier ist jemand, den du schon lange vermisst hast.“
Dann drehte er sich um und war verschwunden.
Sandfell kam der Katze näher und dann erkannte er sie.
Aber das war ja Lilith!
Er begrüsste sie, rieb sich an ihr und schnurrte. Jetzt war er nicht mehr alleine.
„Ich habe nicht geglaubt, dass ich dich noch einmal sehen kann.“ sagte Sandfell, „Aber komm, hier ist ein Platz für uns.“ „Ja, ich bin auch froh darüber,“ antwortete Lilith, „aber dennoch bin ich traurig. Denn ich vermisse Ivani. Weisst du, wo sie ist?“
„Nein,“ antwortete Sandfell, „ich habe sie auf meinen Wanderungen gesucht, aber sie nicht finden können. Und hier ist sie auch nicht.“
Lilith war betrübt, aber nicht lange, sie hatte ja Sandfell wiedergetroffen.
Zusammen spielten sie auf den Wiesen und waren unbeschwert.
Irgendwie war die Zeit stehen geblieben und sie konnten nicht sagen, wie lange sie schon hier waren.
Unzählige freudige Tage vergingen.
Doch eines Tages wollte Lilith nicht spielen. Sie war unruhig und beachtete Sandfell kaum.
Immer wieder schnüffelte sie an allen möglichen Stellen, aber die Unruhe liess nicht nach.
Sandfell war davon auch beunruhigt und lies kein Auge von Lilith. Diese verhielt sich, als würde sie etwas suchen. Was war los mit ihr? Der Kater konnte sich das nicht erklären.
Überall schnüffelte Lilith und langsam kam sie den Klippen näher. Oben blieb sie stehen und schaute hinab. Dann miaute sie laut und sprang die Klippen hinunter in Richtung des Meeres.
Der Kater war Lilith gefolgt, denn er wollte wissen, was da vorging.
Sandfell stand auf den Klippen und schaute hinab. Eine alte Frau sass auf einem Felsen und schaute Lilith entgegen. Sandfell erkannte sie sofort. Das war Ivani. Sehr alt war sie geworden und grau. Und Lilith sprang auf Ivani zu und schmiegte sich an sie. Sandfell stand oben auf der Klippe und schaute zu. Irgendwie wollte er nicht zu den beiden hinunter, er hatte das Gefühl, nur zu stören. Dann stand Ivani auf, Lilith auf dem Arm, und begann, mühsam die Felsen hochzuklettern. Aber auch ihr gelang es immer besser, bis sie oben neben dem Kater stand. Da beugte sich Ivani zu ihm hinab, streichelte ihn und sagte: „Sandfell, dass ich dich auch hier treffe ist eine grosse Freude. Jetzt weiss ich, dass alles gut wird.“
Und Sandfell ging mit Lilith und Ivani die Klippen empor und in das Land am Rande der Zeit.
Doch die Frau und die Katze hielten nicht an. Sie begrüssten alle Tiere freundlich, setzten aber ihren Weg durch das Land fort. Sandfell folgte ihnen und der Leuchtende war immer neben ihm. Lange wanderten sie durch das Land, bis sie an die Waldigen Hügel kamen.
Als wüssten sie den Weg, ging Ivani mit Lilith auf den Wald zu.
Sandfell wollte den Beiden folgen, doch der Leuchtende hielt ihn zurück.
Obwohl Sandfell sein Gesicht nicht sehen konnte, gewann er den Eindruck, dass der Leuchtende lächelte. Er sagte zu Sandfell: „Lass sie gehen. Du kannst sie nicht halten. Das ist der Lauf der Dinge.“
Der Kater schaute Lilith und Ivani traurig nach. Der Leuchtende beugte sich zu ihm herunter und sagte: „Du darfst nicht mit ihnen gehen, aber komm mit mir, bis zu einer Stelle kannst du ihnen folgen.“ Er folgte langsam Lilith und Ivani und Sandfell folgte dem Leuchtenden.
Dann sagte der Leuchtende: „Folge ihnen, aber komm ihnen nicht zu nahe. Ich werde jetzt gehen. Ich habe eine Aufgabe zu erfüllen.“
Ivani wanderte mit Lilith durch den Wald und über die Hügel, als wüssten sie, wo ihr Ziel lag.
Sandfell folgte ihnen in einiger Entfernung, liess sie aber niemals aus den Augen.
Lange wanderten sie so und der Kater hatte jedes Zeitgefühl verloren.
Unvermittelt endete der Wald. Vor ihm lag ein Strand und das Meer. Ivani und Lilith wanderten am Strand entlang und der Kater fragte sich, was sie wohl hier suchten.
Nach einiger Zeit schien es dem Kater, dass in der Ferne die Luft flimmerte.
Es sah aus wie ein riesiges Farbenspiel und Ivani und Lilith gingen direkt darauf zu.
Als sie näher kamen, sah Sandfell, dass es ein Weg war, der in allen Farben des Regenbogens schimmerte. Er ahnte, was er da sah, denn die Tiere erzählten sich Geschichten von einem solchen Weg. Er hatte geglaubt, das wären bloss Geschichten, aber jetzt sah er es mit eigenen Augen.
Und er sah wie Ivani mit Lilith langsam auf den Regenbogenweg zugingen.
Wie eine Brücke spannte sich dieser in den Himmel.
Und zusammen mit Ivani ging Lilith über die Regenbogenbrücke. Immer kleiner wurden die beiden Gestalten, bis Sandfell sie in dem Farbenspiel nicht mehr erkennen konnte.
Lange stand der Kater noch an der Stelle und schaute auf die Brücke.
Endlich drehte er sich um und lief auf den Wald zu.
Ziellos lief er durch den Wald bis dieser irgendwann endete und er wieder auf den Wiesen war.
Er musste den Leuchtenden finden. Der würde ihm das alles erklären.
Sandfell brauchte nicht lange zu suchen. Mit einem Mal war der Leuchtende neben ihm, er hatte nicht bemerkt, wie er gekommen war.
„Sag, was ist passiert? Wohin sind Ivani und Lilith gegangen?“ fragte er.
„Viele Fragen.“ antwortete der Leuchtende. „Aber du sollst die Antwort erhalten. Folge mir.“
Ohne weitere Worte drehte er sich um und ging in wieder Richtung der Waldigen Hügel.
Sandfell stand erst unschlüssig, dann folgte er dem Leuchtenden.
Wieder wanderten sie lange durch den Wald. Und wieder endete dieser, der Strand begann und dahinter war wieder das Meer. Sanft plätscherten die Wellen auf den Sand. Der Strand war breit und erstreckte sich in beide Richtungen soweit Sandfell sehen konnte.
Der Leuchtende blieb an seiner Seite und langsam wanderten sie am Strand entlang.
Nach einiger Zeit war am Horizont wieder ein Farbspiel zu sehen. Langsam kamen sie diesem Farbspiel näher. Dann sah der Kater, dass es der Regenbogenweg war, der in den Himmel führte. Er wusste, was er da sah, denn er hatte es schon einmal gesehen, als Lilith mit Ivani diesen Weg gegangen waren.
Trotzdem fragte er: „Was ist das?“
Der Leuchtende antwortete: „Dies ist die Regenbogenbrücke. Über sie gehen die Menschen mit ihrem geliebten Tier in die Ewigkeit. Kein Tier kommt jemals hierher ohne seinen Menschen.“
„Ich habe keinen Menschen, aber ich war schon einmal hier und jetzt bin ich auch wieder hier. Wie kommt das?“ fragte Sandfell.
„Du bist etwas besonderes. Man könnte auch sagen, du seiest auserwählt.“
„Das verstehe ich nicht. Warum sollte ich auserwählt sein? Und für was sollte ich auserwählt sein?“
Der Leuchtende schwieg für einen Moment.
Dann sagte er: „Meine Aufgabe ist es, den Tieren und Menschen, die hier im Land am Rande der Zeit ankommen, den Weg zur Regenbogenbrücke zu weisen. Doch zu oft kommen die Tiere vor ihren Menschen. Dann sind sie verwirrt und wissen nicht, was sie tun sollen. Und es werden immer mehr. Es müsste jemand da sein, der ihnen alles das hier zeigt.“
„Hast du denn niemand der das könnte?“ fragte Sandfell.
„Zum Gegenwärtigen Ursprung habe ich niemand.“ antwortete der Leuchtende, „Denn derjenige, der diese Aufgabe meistern könnte, müsste es mit ganzem Herzen tun. Und er müsste durch seine Taten im Leben bewiesen haben, dass er das will. Du könntest dieser Eine sein.“
„Aber ich habe nichts Besonderes vollbracht.“
„Dein Verdienst ist von ganz anderer Art. Die Menschen und die Tiere haben sich voneinander entfernt. Du hast sie wieder zusammengebracht.“
„Dieser Verdienst steht mir nicht zu. Es war Lilith, die als Erste zu den Menschen ging.“
„Ja, es war Lilith. Doch Lilith hat ihren Frieden gefunden und ist mit Ivani über die Regenbogenbrücke gegangen. Sie wird nicht wiederkommen.“
„Ich weis, ich habe es gesehen. Aber warum suchst du keinen Anderen, der für diese Aufgabe besser geeignet wäre?“
Der Leuchtende antwortete: „Ist denn nicht der Löwe, der König der Tiere, auch von deiner Art? Ich frage dich also, wer ausser den Katzen wäre besser für dieses Amt?“
„Aber der ist Löwe gross und mächtig und ich bin nur ein kleiner Kater.“ antwortete Sandfell.
„Erniedrige dich nicht. Der König der Tiere hat viele Pflichten. Und er kümmert sich nur um die Belange der Tiere, mit den Menschen hat er nichts zu schaffen. Du und deinesgleichen seit frei, auch wenn ihr bei den Menschen lebt. Aus freien Stücken seit ihr zu ihnen gegangen. Lilith hat es begonnen und du hast es weitergeführt. Es mag sein, dass es der grösste Verdienst der Katzen ist, dass sich deshalb dereinst die Welt zum Besseren wendet. Und da du keinen Menschen hattest, sondern alle geliebt hast, steht dir, und nur dir, diese Würde zu.“
Sandfell wusste nicht, was er sagen sollte.
Er stand einfach da und verneigte sich vor dem Leuchtenden.
„Du brauchst dich vor niemand zu verneigen. Nur ein einziges mal wird eine Katze kommen, vor der du den Kopf senkst.“ sagte der Leuchtende, „Wer wird das sein und wie werde ich wissen welche es ist?“. „Wenn es soweit ist, wirst du es erkennen. Und den, der sie zu sich nimmt, wirst du auch erkennen. Aber die Zeit ist noch lange nicht gekommen.“
Lange Zeit wanderten sie schweigend wieder durch die Waldigen Hügel zurück.
Dann fing der Leuchtende wieder an zu reden: „Du brauchst dich nicht jetzt entscheiden.“
„Aber es kommen immer neue Tiere und sie sind verwirrt.“
„Bedenke, dass dieses Land zeitlos ist. Du hast alle Zeit, die du möchtest.“
Sandfell brauchte nicht nachzudenken. „Ich brauche keine Zeit. Ich will das tun“ sagte er nur.
„Dann sei es.“ antwortete der Leuchtende nur.
Und so geschah es, dass Sandfell der Kater, von allen Tieren auserwählt worden war, dieses Amt zu verrichten.
Denn dies ist seine Bestimmung bis zum Ende aller Tage, dass er denen hilft, die verwirrt sind und suchen, wen sie verloren haben.
So ist er von dieser Welt gegangen, doch Sandfell der Kater lebt weiter in den Herzen derer, die daran glauben, dass auch kleine Pfoten grosse Dinge bewegen können.
10 10.03.2010 05:09 mike1024 ist offline E-Mail an mike1024 senden Beiträge von mike1024 suchen Nehmen Sie mike1024 in Ihre Freundesliste auf
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